Enterprise 2.0

Ein Blog über den Einsatz von Social Media in Organisationen

8 Highlights von der re:publica 2013 #rp13

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Dank mei­nes Kurz­ur­laubs nach Valen­cia und Bar­ce­lona möchte ich Euch etwas ver­spä­tet meine 8 High­lights der #rp13 vor­stel­len und die Vor­träge hier direkt imple­men­tie­ren. Ich kann natür­lich keine Voll­stän­dig­keit garan­tie­ren, da ich nicht von allen Vor­trä­gen eine Ein­schät­zung hörte bzw. selbst nicht alle sah.

Der erste Vor­trag, den ich gut fand, kam von Gun­ter Dueck. Er hielt einen “Auf­ruf zum meta­kul­tu­rel­len Dis­kurs”. Dabei ging es um eine Ana­lyse der Gesell­schafts­ent­wick­lung, die in der Fest­stel­lung mün­dete, dass die Netz­ge­meinde oft mit ande­ren Gesell­schafts­grup­pen nicht kom­mu­ni­ziert bzw. anein­an­der vor­bei redet. Dies müsse sich ändern und dies gelänge, wenn wir einen meta­kul­tu­rel­len Dis­kurs füh­ren. Aus sozio­lo­gi­scher Per­spek­tive ist diese Ana­lyse nichts Beson­de­res, aber die Art und Weise des Vor­tra­ges war her­vor­ra­gend, wes­halb ich den Vor­trag allen ans Herz legen kann.

Als zwei­tes möchte ich die Dis­kus­sion über „YouTube macht die Stars von heute“. Dies war eigent­lich keine Dis­kus­sion über die Stars, son­dern mit den Stars. Auf der Bühne saßen Amy Herz­stark, LeFloid und Simon W.; mode­riert wurde das Ganze von Johnny Häus­ler. Die Youtube Stars eint, dass sie selbst eigent­lich noch Jugend­li­che oder junge Erwach­sene sind und für andere Jugend­li­che Videos pro­du­zie­ren, die sehr häu­fig gese­hen wer­den. In dem Gespräch kamen etli­che Punkte auf, die das Poten­zial und die Funk­ti­ons­weise von Web 2.0 auf­zeigt und ver­an­schau­licht, wohin die Reise noch gehen kann. Als Bei­spiel sei genannt, dass die jun­gen Stars vor allem die Kom­men­tare (auch mal 1000 bis 10000 je Video) beant­wor­ten, die häu­fig von ande­ren Nut­zern bewer­tet und kom­men­tiert wer­den. Dies bedeu­tet, die Com­mu­nity zeigt den Stars, wel­che Kom­men­tare eine Rele­vanz besit­zen. Die­ses Prin­zip kann auf viele Berei­che über­tra­gen werden.

Ein andere beson­de­rer Moment war, als ein jun­ger Star gefragt wurde, ob er sich vor­stel­len könne, zum Fern­se­hen zu wech­seln. Er ver­neinte dies mit dem Hin­weis, dass er seit 3 oder 4 Jah­ren kein Fern­se­hen mehr geschaut habe. Dies ver­an­schau­licht ein­drück­lich den All­tag von Jugend­li­chen: das Inter­net ersetzt den Fern­se­her. Wei­tere erhel­lende Momente gibt es im Video:

Am ers­ten Tag ist natür­lich noch Saschas Lobos “Über­ra­schungs­vor­trag” zu erwäh­nen. Hier ließ ich mich schon län­ger dar­über aus. Rhe­to­risch nicht ganz so gut, wie Gun­ter Dueck, was auch am Aus­set­zen der Tech­nik lag, aber den­noch sehr span­nend die Ana­lyse von Sascha Lobo, die in der For­de­rung gip­felte, Blogs ins Zen­trum der Akti­vi­tä­ten des Inter­nets zu rücken. Dies soll u.a. mit ein neues Plu­gin erreicht wer­den, wel­ches reclaim.fm heißt.

Am zwei­ten Tag gefiel mir beson­ders der Vor­trag von Neil Har­bis­son und Moon Ribas über „Life with extra Sen­ses — How become a Cyborg“. Der junge Refe­rent ist mit einer Far­ben­blind­heit ange­bo­ren. Neil ent­wi­ckelte eine Tech­nik, die es ihm ermög­licht, über Töne Far­ben zu erken­nen. Da die Tech­nik u.a. eine Kamera und ein Chip beinhal­tet, bezeich­net sich der Vor­tra­gende selbst als Cyborg. Dies sieht er posi­tiv, auch wenn ihm die nega­ti­ven Argu­mente bewusst sind, da das Erken­nen von Far­ben für ihn ein Gewinn an Lebens­qua­li­tät bedeu­tet:

Par­al­lel zum Cyborg-Vortrag beschäf­tig­ten sich Tanja und Johnny Häus­ler mit dem Thema „Netz­ge­müse: The Kids Are Alright“. Alle, die sich mit dem Thema Bil­dung aus­ein­an­der­set­zen, kann ich den Vor­trag nur emp­feh­len. Es geht um eine neue Art und Weise von Bil­dung, die durch elek­tro­ni­sche Medien ermög­licht wurde. Dabei gehen die Prot­ago­nis­ten sehr iro­nisch dar­auf ein, warum bis­her noch so wenig von der neuen Bil­dung umge­setzt wird.

Chris­tine Hel­ler und Jochen Mai haben im Vor­trag „Per­so­nal Bran­ding Kam­pa­gne – Wie der neue Job dich fin­det“ am eige­nen Bei­spiel sehr schön dar­ge­legt, wie über einen Blog­bei­trag und dem Nut­zen von Social Media ein neuer Job gefun­den wer­den kann. Dabei gin­gen sie umfang­reich über die Vor­aus­set­zun­gen, Mög­lich­kei­ten und Gefah­ren ein, die mit die­ser Bewer­bungs­stra­te­gie ver­bun­den sind. Auf dem Blog von Chris­tine kann auch nach­ge­schaut wer­den, wie die Stra­te­gie genau aus­sah.

Am letz­ten Tag ist Jöran Muuss-Merholz Vor­trag über „x-learning: Warum die digi­tale Revo­lu­tion des Ler­nens geschei­tert ist. Auf etwas iro­ni­scher Art wird die Hoff­nung im Bereich e-Learning, die vor ein paar Jah­ren herrschte, die Rea­li­tät von 2013 gegen­über gestellt. Dabei stellt der Vor­tra­gende her­aus, dass viele Punkte nicht erreicht wur­den und erklärte auch einige Ursa­chen dafür.
(Den Vor­trag konnte ich lei­der bei Youtube nicht fin­den. Er wird nachgetragen.)

Abschlie­ßend möchte ich noch den Vor­trag von Anne Wizo­rek erwäh­nen, die sich mit fol­gen­der Frage beschäf­tigte: „Ihr wollt also wis­sen, was #auf­schrei gebracht hat?“ Als Begrün­de­rin des Hash­tags „auf­schrei“ ver­an­schau­lichte Sie auf ruhi­ger Art und Weise ihre Erfah­run­gen der letz­ten Monate. Ihre Hoff­nung ist, dass die Dis­kus­sion um #auf­schrei eine Sen­si­bi­li­sie­rung über die Ursa­chen der Benach­tei­li­gung von Frauen und ande­rer Min­der­hei­ten ermög­lichte. Ich bin gespannt und hoffe, dass diese Beob­ach­tung auch lang­fris­tig anhält.

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