Enterprise 2.0

Ein Blog über den Einsatz von Social Media in Organisationen

Dezember 23, 2014
von René Sternberg
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Die Erosion des Expertenwissens im Social Web

Das Inter­net und spä­ter das Web 2.0 sind als eman­zi­pa­to­ri­sche Pro­jekte gestar­tet. Dem Bür­ger fie­len immer mehr Mög­lich­kei­ten zu, sich unab­hän­gig zu infor­mie­ren und aus sei­ner eige­nen Unmün­dig­keit zu ent­flie­hen.  Pegida, der NSA-Skandal oder die Ukraine-Krise sind jedoch einige Bei­spiele der letz­ten Zeit, wo Exper­ten­wis­sen schein­bar immer weni­ger zählt und sich ein Teil der Gesell­schaft dem Dis­kurs kom­plett ent­zieht. Das Fatale ist, die eigene Unmün­dig­keit wird als die ein­zige Wahr­heit dekla­riert und alle ande­ren „Fak­ten“ ent­stam­men dem „Sys­tem“ oder der „Lügen­presse“, wes­halb sie rigo­rose Ableh­nung erfah­ren. Wie kann die­ses Phä­no­men gefasst werden?

Juli 11, 2014
von René Sternberg
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Warum ich genau jetzt der FDP beitrete

Die FDP liegt am Boden. Sie ist der poli­ti­sche Kotz­bro­cken der Nation. Es gibt nicht Wenige, die lie­ber heute als mor­gen das Ende die­ser Par­tei her­bei seh­nen. Den­noch trete ich jetzt die­ser Par­tei bei; warum?

Meine Ver­gan­gen­heit

September 22, 2013
von René Sternberg
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Die FDP am Scheideweg — wie es weiter gehen könnte.

Was seit Mona­ten erwart­bar war, ist nun ein­ge­trof­fen. Die FDP fliegt sehen­den Auges aus dem Bun­des­tag. In den letz­ten Jah­ren war ich immer wie­der ver­wun­dert, warum Ver­tre­ter der FDP kaum etwas gegen ihr ziem­lich schlech­tes Image gemacht haben. Alle im lin­ken Lager has­sen die FDP, obwohl in der Gesell­schafts­po­li­tik die FDP pro­gres­si­ver ist, als die CDU/CSU und damit den lin­ken Wäh­lern näher sein sollte, als die Kon­ser­va­ti­ven. Den­noch traf der Hass pri­mär die FDP. Woran liegt dies?

September 15, 2013
von René Sternberg
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Ab Oktober dürfen nur noch HUler in der HU-Bibliothek arbeiten.

Seit 3 Jah­ren gehe ich regel­mä­ßig ins Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum. Dies ist die Haupt­bi­blio­thek der HU Ber­lin, die sich selbst Eli­te­uni schimpft. Mit der Zeit wur­den immer mehr Ver­bote und Gebote erlas­sen, die die Bil­bio­thek zu einem schö­nen Bei­spiel für die Fol­gen einer Ver­bots­kul­tur machen. Das Absurde dabei ist, häu­fig wird das Gegen­teil von dem Bewirkt, wofür bestimmte Regeln erdacht wur­den. Was meine ich damit?

Juni 25, 2013
von René Sternberg
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Die totale #Transparenz ist eine Schnapsidee!

Tim Cole plä­dierte in sei­nem Blog­bei­trag „Totale Trans­pa­renz, oder alles ist öffent­lich“ dafür, die Vor­stel­lung von Pri­vat­heit zu über­den­ken. Der pri­vate Raum sei ein Kon­zept des Bür­ger­tums aus dem 18. und 19. Jahr­hun­dert. Es ist im heu­ti­gen Zeit­al­ter obso­let. Wir müs­sen ler­nen mit der Trans­pa­renz zu leben. Eine wesent­li­che Hand­lungs­rou­tine sieht Tim Cole in der Dis­kre­tion, die in asia­ti­schen Kul­tu­ren oder auf dem Dorf stär­ker gelebt wird.

Juni 16, 2013
von René Sternberg
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Die doppelte Staatsbürgerschaft — Was bringt eine deutsch-türkische Staatsangehörigkeit jungen Menschen in Deutschland?

In Deutsch­land ist es bis­her so, dass sich junge, tür­kisch­stäm­mige Bür­ger durch die Opti­ons­pflicht gezwun­gen wer­den, vor dem 24. Lebens­jahr zwi­schen zwei Natio­na­li­tä­ten zu wäh­len, da sie anders als Spät­aus­sied­ler oder EUBür­ger nicht die Wahl­mög­lich­keit haben, eine dop­pelte Staats­bür­ger­schaft zu erlan­gen. Dies ist eine sehr anspruchs­volle Ent­schei­dung für jene jun­gen Erwach­se­nen, die in Deutsch­land gebo­ren und auf­ge­wach­sen sind, sich aber auch der tür­ki­schen Kul­tur ver­bun­den füh­len. Ob die Opti­ons­pflicht noch zeit­ge­mäß ist, stand am 13.6. bei einer Abend­ver­an­stal­tung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Frei­heit in Ber­lin zur Dis­kus­sion. Lei­den­schaft­lich dis­ku­tier­ten Ser­kan Tören (MdB – FDP), Ste­phan Mayer (MdB – CSU), der tür­ki­sche Gene­ral­kon­sul Ahmet Başar Şen, der Prä­si­dent der tür­ki­schen Gemeinde in Ber­lin Bekir Yil­maz und die deutsch-türkische Stu­den­tin Esra Kaya diese Frage. Es konnte ver­mu­tet wer­den, dass sich die Posi­tio­nen der Dis­ku­tan­ten mit Aus­nahme des Ver­tre­ters der CSU stark ähneln, was sich nur bedingt bestätigte.

Juni 8, 2013
von René Sternberg
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Eine Woche #Taksim — eine Bilanz. #occupygezi

Letz­ten Sonn­tag warf ich der deut­schen Pres­se­land­schaft vor, eine zu deut­sche Sicht­weise auf die Pro­teste in Istan­bul zu haben. Sehr viele Leser kom­men­tier­ten den Bei­trag. Die Ein­schät­zun­gen reich­ten von völ­li­ger Zustim­mung bis völ­li­ger Fehl­ein­schät­zung. Mitt­ler­weile ist eine Woche seit dem Bei­trag ver­gan­gen und es wird lang­sam kla­rer, in wel­che Rich­tung die Ent­wick­lung geht, auf die ich nun genauer eingehe.

Juni 2, 2013
von René Sternberg
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Deutsche Deutungsmuster erklären nicht die türkische Innenpolitik! #Taksim –Platz

Eigent­lich wollte ich in die­sem Blog nicht über Poli­tik blog­gen. Die­sen Grund­satz setze ich heute aus, da es mich ärgert, wie die deut­schen Medien über die Pro­teste in der Tür­kei berich­ten. Deut­sche Deu­tungs­mus­ter über­la­gern mas­siv eine mög­lichst neu­trale Bericht­er­stat­tung. Dadurch wird den Lesern ein Bild sug­ge­riert, was zwar schön in Deutsch­land exis­tie­rende Freund-Feind-Schemata hin­ein passt, aber mit der Situa­tion in der Tür­kei nur bedingt etwas zu tun hat.