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Deutsche Deutungsmuster erklären nicht die türkische Innenpolitik! #Taksim –Platz

| 25 Kommentare

Eigent­lich wollte ich in die­sem Blog nicht über Poli­tik blog­gen. Die­sen Grund­satz setze ich heute aus, da es mich ärgert, wie die deut­schen Medien über die Pro­teste in der Tür­kei berich­ten. Deut­sche Deu­tungs­mus­ter über­la­gern mas­siv eine mög­lichst neu­trale Bericht­er­stat­tung. Dadurch wird den Lesern ein Bild sug­ge­riert, was zwar schön in Deutsch­land exis­tie­rende Freund-Feind-Schemata hin­ein passt, aber mit der Situa­tion in der Tür­kei nur bedingt etwas zu tun hat.

Kom­men wir zunächst zu den Deu­tun­gen, wel­che in der deut­schen Presse vorherrschen:

  1. Die Demons­tran­ten seien Wut­bür­ger und Umwelt­schüt­zer.
  2. In der Tür­kei werde eine auto­ri­täre Poli­tik betrieben.
  3. Erdo­gan sei ein Des­pot.
  4. Es spiele sich ein tür­ki­scher Früh­ling ab.

Bevor ich die Punkte auf­greife möchte ich beto­nen, dass das Vor­ge­hen der Poli­zei nicht akzep­ta­bel und zu ver­ur­tei­len ist. Außer­dem sind die Arti­kel der Jour­na­lis­ten teil­weise deut­lich dif­fe­ren­zier­ter, als die Über­schrif­ten ver­mu­ten las­sen. Dies erklärt sich aus dem Fakt, dass in den Online­me­dien die Über­schrif­ten häu­fig nicht die Arti­kel­schrei­ber ent­wer­fen, son­dern dar­auf spe­zia­li­sierte Redak­teure, die oft keine Ahnung vom Thema haben.

Worum geht es pri­mär bei den Pro­tes­ten am Taksim-Platz?

Die tür­ki­sche Gesell­schaft ist tief gespal­ten zwi­schen der konservativ-islamischen Bewe­gung, die von Erdo­gan und sei­ner AKP-Regierung ver­tre­ten und den Kema­lis­ten, zu denen die oppo­si­tio­nelle sozialdemokratisch-(teils natio­na­lis­ti­sche) CHP aber auch Libe­rale, Gewerk­schaft­ler usw. gehören.

Die­sen Kon­flikt ver­steht man nicht, ohne ein paar Worte über Ata­türk zu ver­lie­ren, was die deut­schen Medien bis­her nicht schaff­ten. Ata­türk bedeu­tet “Vater aller Tür­ken”. Um ihn exis­tiert bis heute ein Per­so­nen­kult. Er ist der Natio­nal­held der Tür­kei, da er nach dem ers­ten Welt­krieg die tür­ki­schen Trup­pen im Unab­hän­gig­keits­krieg gegen die Alli­ier­ten anführte und  letzt­lich die tür­ki­sche Repu­blik 1923 grün­dete. Er war von 1923 bis zu sei­nem Tod 1938 tür­ki­scher Staats­prä­si­dent und ver­ord­nete dem rück­stän­di­gen Land eine radi­kale Moder­ni­sie­rung. Sein Pro­gramm war der Kema­lis­mus. Der Kema­lis­mus ist der Sam­mel­be­griff aller Refor­men, die 1931 in fol­gende sechs Staats­prin­zi­pien mün­de­ten: Repu­bli­ka­nis­mus, Refor­mis­mus, Eta­tis­mus, Popu­lis­mus (Gleich­heit alle Bür­ger), Lai­zis­mus, Natio­na­lis­mus (Ein­heit von Staats­ge­biet und Staats­volk). Die repu­bli­ka­ni­sche Volks­par­tei (CHP, momen­tan in der Oppo­si­tion) führt in ihrem Par­tei­em­blem die sechs Prin­zi­pien in Gestalt von Pfei­len (siehe Abbildung).

Diese Staats­prin­zi­pien ste­hen bis heute in der Ver­fas­sung der Tür­kei und wur­den nie ange­fasst. Eine bedeu­tende Rolle spielt dabei das Mili­tär, wel­ches Ata­türk her­vor brachte und die Staats­grün­dung ermög­lichte. Es ver­steht sich als der „Hüter“ der kema­lis­ti­schen Repu­blik und damit der sechs Staats­prin­zi­pien. Ins­ge­samt drei­mal (1960, 1971, 1980) sah sich das Mili­tär ver­an­lasst gegen die Regie­rung zu put­schen, damit das kema­lis­ti­sche Erbe bewahrt wird.

In der aktu­el­len Poli­tik fällt auf, dass es starke Gegen­sätze gibt. Auf der einen Seite ste­hen die religiös-demokratischen Kon­ser­va­ti­ven, die sich in der regie­ren­den AKP (Par­tei für Gerech­tig­keit und Auf­schwung) sam­meln und auf der ande­ren Seite die Kema­lis­ten, die sich vor allem im Mili­tär und der par­la­men­ta­ri­schen Oppo­si­ti­ons­kraft CHP befin­den. Die AKP ist seit 2002 an der Macht und ver­ab­schie­det sich nach und nach von eini­gen kema­lis­ti­schen Tabus. Diese Refor­men waren erfor­der­lich, da sie von der EU im Zuge eines mög­li­chen Bei­tritts­ver­fah­rens gefor­dert wur­den. Zu den Refor­men gehö­ren eine Beschnei­dung des poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Ein­flus­ses des tür­ki­schen Mili­tärs, eine gesetz­li­che Aner­ken­nung ande­rer Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, eine Refor­mie­rung des Jus­tiz­we­sens, die Aus­wei­tung der Mei­nungs– und Orga­ni­sa­ti­ons­frei­heit sowie die Stär­kung der Zivil­ge­sell­schaft. Eine Folge sind z.B. Sen­dun­gen in kur­di­scher Spra­che im Staats­fern­se­hen. Die Refor­men bedeu­ten jedoch nicht, dass die kur­di­sche Frage gelöst ist oder die AKP nicht kri­ti­siert wer­den sollte. Die reli­giö­sen Wur­zeln der Par­tei schü­ren Arg­wohn und es ist auch unsi­cher, wie libe­ral das Lai­zis­mus– und Demo­kra­tie­ver­ständ­nis der AKP real ist. Gerade der Umgang mit den aktu­el­len Pro­tes­ten zeigt, dass die Mei­nungs– und Orga­ni­sa­ti­ons­frei­heit zwar auf dem Papier steht, aber in der Rea­li­tät mas­siv beschnit­ten wird. Die wirt­schaft­li­chen Erfolge der AKP Regie­rungs­zeit über­strahl­ten diese kri­ti­schen Punkte jedoch bis zu den momen­ta­nen Pro­tes­ten.
Kom­men wir nun zu den Grün­den der aktu­el­len Pro­teste am Taksim-Platz:

  1. Kampf um den öffent­li­chen Raum
  2. Sym­bol­kraft des Taksim-Platzes
  3. Unge­löste Kon­flikte zwi­schen AkP und Kemalisten

Die Demons­tran­ten sind keine Wut­bür­ger und auch keine Umwelt­schüt­zer. Auch wenn es für grüne Jour­na­lis­ten hart klin­gen mag,  ihnen sind die 70 Jahre alten Bäume egal. Um die Wut zu ver­ste­hen, müs­sen wir uns anschauen, was war vor dem Park an der Stelle und was will die AKP dort bauen. Kerim Balci beschrieb dies im deutsch-türkischen Jour­nal sehr schön. Der Park soll für die his­to­ri­sche Topçu (Artillerie)-Kaserne wei­chen. Diese Kaserne steht sym­bo­lisch für die Beset­zung Istan­buls durch die Alli­ier­ten nach dem ers­ten Welt­krieg. Also genau für das, woge­gen sich Ata­türk im Unab­hän­gig­keits­krieg auf­lehnte. In der Mitte des Taksim-Platzes steht das Denk­mal der Repu­blik, wel­ches an die Grün­dung der Repu­blik 1923 erin­nert. Die­ser wich­tige kema­lis­ti­schen Erin­ne­rungs­orte soll mit der Kaserne kon­fron­tiert wer­den. Zusätz­lich plant die AKP einen Moschee­bau am Taksim-Platz. Bei­des ist ein fron­ta­ler Angriff gegen den Grün­dungs­my­thos der Tür­kei und den sechs Staats­prin­zi­pien und damit gegen die Kemalisten.

Die Pro­teste sind ein wei­te­res Zei­chen zwi­schen das Rin­gen um die Macht zwi­schen AKP und Kema­lis­ten. Der 2007 geschei­terte Ver­such des Mili­tärs die Wahl Abdul­lah Güls zum Prä­si­den­ten zu ver­hin­dern und die seit 2007 lau­fen­den Straf­ver­fah­ren im „Fall Erge­ne­kon“, sind wei­tere Indi­ka­to­ren für die­sen Kampf. Deu­tun­gen wie Wut­bür­ger, Umwelt­schutz oder Vor­würfe wie auto­ri­täre Poli­tik, Des­po­tie sind teil­weise aus­schließ­lich deut­schen Deu­tungs­mus­tern ent­sprun­gen oder ver­an­schau­li­chen Aus­for­mun­gen des Kamp­fes zwi­schen AKP und Kema­lis­ten. Wer in den Pro­tes­ten einen tür­ki­schen Früh­ling sieht und damit auf die Gescheh­nisse in Ägyp­ten, Tune­sien und Lybien anspielt, hat schlicht keine Ahnung. Die Lage in der Tür­kei ist eine völ­lig andere, als in den ande­ren Ländern.

Ich möchte vor einem ein­fach Freund (Kema­lis­ten) — Feind (AKP) — Schema war­nen. Die Fixie­rung auf die sechs Staats­prin­zi­pien sei­tens der Kema­lis­ten führt in der heu­ti­gen Tür­kei zu einer absur­den Situa­tion. Die Kema­lis­ten zu Leb­zei­ten Ata­türks waren sehr west­lich aus­ge­rich­tet und führ­ten die Tür­kei erfolg­reich in die Moderne. Außer­dem schaff­ten sie es, in einem mus­li­mi­schen Land Staat und Reli­gion zu tren­nen und die Scha­ria als Rechts­grund­lage abzu­schaf­fen. Die Enkel die­ser Kema­lis­ten ste­cken teil­weise ideo­lo­gisch noch immer in den 30ern, wes­halb sie jetzt mehr­heit­lich Geg­ner einer West­in­te­gra­tion sind. Die Enkel der Tra­di­tio­na­lis­ten (AKP) dage­gen, die zu Zei­ten Ata­türks gegen die Refor­men oppo­nier­ten, sind nun starke Befür­wor­ter der Westintegration.

Neh­men wir nun alle beschrie­be­nen Punkte zusam­men, dann lässt sich fest­stel­len, dass beide Sei­ten jeweils Stand­punkte ver­tre­ten, die wir aus Deut­scher Per­spek­tive gewöhn­lich als gut oder schlecht emp­fin­den. Des­halb funk­tio­niert das Freund-Feind-Schema, wel­ches flei­ßig bemüht wird, eigent­lich nicht.

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25 Kommentare

  1. Die “Topcu” Kaserne steht nicht für die Allier­ten, son­der für das Osma­ni­sche Impe­rium seit dem 17 Jhd. !!! http://tr.wikipedia.org/wiki/Taksim_K%C4%B1%C5%9Flas%C4%B1

  2. Hi Osman, ja stimmt, aber das osma­ni­sche Reich wollte ich nicht noch rein brin­gen, weil der Arti­kel noch län­ger gewor­den wäre. Letzt­lich ori­en­tiert sich ja Erdo­gan an die Geschichte des osma­ni­schen Reiches.

  3. Grund­sätz­lich, stimmt alles was Du geschrie­ben hast, aber das Zen­tral­thema ist die isla­mis­ti­sche Agenda der AKP: eine exis­ten­zi­elle Bedro­hung für die tat­säch­lich westlich-orientierten und –leben­den in den tür­ki­schen Groß­städ­ten. Die reli­giose Min­der­hei­ten wie Arme­nier, Chris­ten und, am wich­tigs­ten, Ale­vis soll man gar nicht erwähnen.

    AKP sei für die euro­päi­sche Inte­gra­tion der Tür­kei, im Form eines Gottesstaates.

  4. Ich sehe den Kern der Pro­bleme darin, dass die Geg­ner der Regie­rung sich nicht rich­tig von den Oppo­si­ti­ons­par­teien reprä­sen­tiert füh­len.
    Denen man­gelt es am poli­ti­schen Ver­ständ­nis der AKP.
    Des­halb mischen sich unter die Pro­test­ler viele unter­scheid­li­che Ideo­lo­gien und machen es schwer gemein­same For­de­run­gen zu erken­nen.
    Was dem Land fehlt ist ein ver­nünf­ti­ger Gegen­pol. Eine sol­che Par­tei würde zum einen die Feh­ler der Regie­rungs­par­tei kor­ri­gie­ren und zum ande­ren die ange­staute Frust an die rich­tige Stelle len­ken, ins Parlament.

  5. Hi Gya­vur, ich sehe eben­falls die AKP kri­tisch. Mir ging es darum auf­zu­zei­gen, dass der Com­mon Sense, der momen­tan in den deut­schen Medien herrscht, even­tu­ell etwas trü­ge­risch ist. Ich sehe bei der AKP und bei der CHP kri­ti­sche so wie auch posi­tive Aspekte. Dei­nen Punkt finde ich auch sehr wich­tig und bedenk­lich. Ich habe ihn ja auch im Bei­trag ange­deu­tet.
    Was die Lage in der Tür­kei für Deut­sche so schwie­rig macht, ist, dass sie nicht in Deut­sche Denk­mus­ter passt. Die CHP ist z.B. einer­seits sozi­al­de­mo­kra­tisch und ande­rer­seits teil­weise natio­na­lis­tisch, was mit den sechs Staats­prin­zi­pien zu tun hat. Diese beide poli­ti­schen Rich­tun­gen zu kom­bi­nie­ren, ist in Deutsch­land undenk­bar. Andere Bei­spiele, wie die PIS in Polen, zei­gen jedoch, so außer­ge­wöhn­lich ist die CHP gar nicht.

    • Hallo Réné,

      ich bin ein seit über 10 Jah­ren in Istan­bul leben­der Deut­scher und ich stimme dei­ner Ansicht hin­sicht­lich von AKP und CHP zu. Sie deckt sich mit mei­nen Beob­ach­tun­gen die ich als Schü­ler und spä­ter als Erwach­se­ner in der Tür­kei gemacht habe. Beide Grup­pie­run­gen ent­hal­ten gut als auch schlechte Aspekte, wobei jetzt im Moment die nega­ti­ven Aspekte der ins­be­son­dere Erdo­gans über­wie­gen. Aber ich bin über deine wie ich finde faire Ein­schät­zung froh.

  6. Dein Arti­kel fasst vie­les zusam­men und ist sehr hilf­reich, um einen ers­ten Ein­druck in die aktu­elle Pro­ble­ma­tik zu bekom­men. Vor­arb erwähnt — gute Recher­che bzw. Wis­sen! :)
    Sehr wich­tig für mich ist es, dass die Deut­schen bzw. die nicht direkt Betrof­fe­nen den ers­ten Absatz lesen, und zwar dass es sich nicht um Umwelt­schüt­zer han­delt, wie Spie­gel, Bild uvw. davon berich­tet haben.
    Zusam­men­ge­fasst gibt es eigent­lich einen Macht­kampf zwi­schen:
    Reli­giö­sen — Unreligiösen !

  7. Hi,

    Ich finde der Arti­kel bringt es so ziem­lich auf den Punkt, gut recher­chiert und schlü­ßig. Es ist viel kom­ple­xer und ver­wo­be­ner. Klar ist hier pral­len knall­hart Wel­ten aufeinander.

  8. Hi René,

    ich danke dir für die gelun­gene Aus­ein­an­der­set­zung mit die­sen doch sehr kom­ple­xen The­men der Tür­kei. An sich find ich deine objek­tive Betrach­tung­weise gut struk­tu­riert argu­men­tiert, doch lei­der täuschst du dich an einem Punkt:
    “Die Enkel der Tra­di­tio­na­lis­ten (AKP) dage­gen, die zu Zei­ten Ata­türks gegen die Refor­men oppo­nier­ten, sind nun starke Befür­wor­ter der Westintegration.”

    RTE ist meis­tens in ara­bi­schen Län­dern unter­wegs, ver­steht sich als Sultan-Ex Osma­ni­sches Reich und pro­pa­gan­diert für ein isla­mi­sches Land. Ein­mal sagte er “Demo­kra­tie ist nicht unser Ziel, son­dern das Mit­tel…” Mit­tel für was? Sharia?! Seine Vor­stel­lung von der zukünf­ti­gen Jugend, die kein Alko­hol trinkt, nicht raucht und je drei Kin­der auf die Welt setzt, ver­deut­licht so einiges.

    CHP ist wei­ter­hin für eine West­in­te­gra­tion, doch lei­der arbei­ten einige Schein­ke­ma­lis­ten wie Ozan Cey­hun mit AKP zusam­men um auf europ. Ebene die AKP sozi­al­de­mo­kra­tisch zu prä­sen­tie­ren und CHP durch die starke Lobby der AKP wie schon bei Herrn Swo­boda bloßstellenzulassen.

    @Mehmet Ki — “Macht­kampf zwi­schen: Reli­giö­sen — Unre­li­giö­sen !” Aber ganz und gar nicht. Somit wider­spie­gelst du nur Vor­ur­teile gegen­über Kema­lis­ten, die angeb­lich Unre­li­gös sind. Was ist man denn bitte reli­giös? Sehr sub­jek­tive Angelegenheit!

    Freund­li­che Grüße aus Frankfurt

    • Hi Mutlu, Tim und Meh­met,
      vie­len Dank für Eure Kom­men­tare.
      @ Mutlu: es ist immer schwie­rig die Zukunft vor­aus zu sagen. Deine Pro­gnose kann durch­aus zutref­fen. Ich schrieb über die ver­gan­ge­nen Jahre. In die­ser Zeit ver­hielt sich die AKP sehr pro­eu­ro­pä­isch, was aber nicht so blei­ben muss. Den Punkt, den Du kri­ti­sierst, habe ich aus die­sem Buch: Mus­tafa Kemal Ata­türk — Mythos und Mensch von Dirk Tröndle (2012) S. 218.

  9. Hallo René,

    ich möchte mich auch nur kurz und knapp dazu äußern. Erst­mal vie­len Dank für deine detail­lierte Dar­stel­lung der Situa­tion in der Tür­kei.
    Was mich vor allem fas­zi­niert ist, dass bis­jetzt in der Tür­kei viele Pro­test­be­we­gun­gen statt­ge­fun­den haben, die bis­her nicht so in nicht-türkischen Medien ver­öf­fent­licht wur­den wie diese. Vor allem nach der Nähe­rung der tür­ki­schen Regie­rung mit den Kur­den, sehen sich jetzt die reli­giö­sen Min­der­hei­ten wie die Ale­vi­ten als “Opfer”.

    Ich sehe es ein das sie auch Ihre Rechte haben soll­ten, aber man sollte die Kir­che im Dorf las­sen. Erdo­gan hat viele Punkte die man kri­ti­sie­ren sollte. Doch mal sollte nicht ver­ges­sen, dass vor allem diese Kund­ge­bun­gen kei­nes­wegs um “Umwelt­schüt­zer” han­delt. In der Tür­kei inter­es­siert sich kei­ner dafür, wenn, dann soll­ten sie sich erst­mal um die ver­schmutz­ten Stra­ßen küm­mern geschweige denn von der Müllabfuhr.

    Es geht viel mehr darum die AKP zu stür­zen. Erdo­gan hat das Mili­tär ent­mach­tet — wie geht man also voran, wenn es keine andere Macht mehr gibt ? Ja das Volk zum Auf­stand brin­gen. Allen voran die CHP und MHP. Denn wenn es in der Tür­kei zum Frie­den kommt, z.B. mit den Kur­den, gibt es für die Oppo­si­tion keine ande­ren Auf­ga­ben mehr Poli­tik zu betrei­ben. Ein Hexenkessel.

    Liebe Grüße

  10. Pingback: Erdogan auf der Kippe? - Seite 2 - PolitikPla.net

  11. Hallo René,

    end­lich ein­mal lese ich einen Bei­trag zur Tür­kei, der sich an den tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten ori­en­tiert. Vie­len Dank dafür. Nur sehr wenige erken­nen die Tür­kei in die­sem beschrie­be­nen Bild, wie du es dar­stellst.
    Als kleine Türkei-Kennerin beob­achte ich Poli­tik und Gesell­schaft seit 25 Jah­ren. Ich habe schon viele Par­teien und Minis­ter­prä­si­den­ten kom­men und gehen gese­hen. Ich habe auch die Ent­wick­lung der AKP inten­siv mit­er­lebt. Anfangs war ich sehr skep­tisch, vor allem wusste ich nicht, wie ich als Christ dort wei­ter leben kann. Ich habe aber auch die Zeit davor, in der das Mili­tär sich unge­bremst zu viel Macht zu teilte, oft mit Besorg­nis beob­ach­tet. Erdo­gan schaffte aller­dings in kür­zes­ter Zeit, das Mili­tär zu ent­mach­ten, die Wirt­schaft vor­an­zu­trei­ben und dem Land Sta­bi­li­tät zu geben. Er hat Gro­ßes geleis­tet, ohne Zwei­fel. Nur, als der dachte, er ist jetzt ganz oben ange­langt und kann nun das Zep­ter ganz nach sei­nen Vor­stel­lun­gen schwin­gen, dem Volk quasi in sein Pri­va­tes, sein Inti­mes mit hin­ein­zu­re­gie­ren, kommt das Volk und sagt “Stopp”. Und das bewun­dere ich an die­sen Demons­tra­tio­nen. Sie gehen dafür auf die Straße, geben an Erdo­gan damit einen Warn­schuss ab und set­zen ihm einen Stopp­rei­ter. Wenn er klug ist, erkennt er dies und han­delt danach, das Volk nicht außen vor zu las­sen. Wenn er unklug ist, sind die Tage sei­ner Macht gezählt. Seine Ver­fas­sungs­än­de­rung kann er dann nicht durch­set­zen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht.

  12. Pingback: Publikative.org » Blog Archive » Proteste und Polizeigewalt in der Türkei

  13. Die moderne West­in­te­gra­tion der AKP sieht so aus, dass Erdo­gan die Tür­kei ent­sä­ku­la­ri­sie­ren und den Wes­ten isla­mi­sie­ren möchte.

    Kein Wun­der also, dass er die 5 Mil­lio­nen Mil­lio­nen in der EU leben­den Tür­ken als Brü­cken­kopf und wert­vol­les Human­ka­pi­tal instru­men­ta­li­siert oder instru­men­ta­li­sie­ren möchte.

    @ Réne Sternberg

    Ich finde Ihren Arti­kel erfreu­lich dif­fe­ren­ziert und erheb­lich infor­mier­ter als das dümm­li­che Stan­dard­ge­blub­ber, was die Grü­nen zu Demons­tra­tio­nen von sich geben.

    Bedenk­lich finde ich aller­dings, dass Ihr Blog­post von den Gülen nahen Deutsch-Türkischen Nach­rich­ten hofiert wird. Der Pre­di­ger Fethul­lah Gülen hat lange Zeit mit der AKP gemein­same Sache gemacht. Der­zeit scheint er sich bzw. Die D-T-Nachrichten etwas von Erdo­gan zu dis­tan­zie­ren, und argu­men­tiert im Spagat.

  14. Rene, Du schätzt die Lage völ­lig falsch ein und machst es Dir in dei­ner per­sön­li­chen Erklä­rung (MEINUNG) viel zu ein­fach indem Du die Ereig­nisse in der Tür­kei auf Kema­lis­ten und die AKP beschränkst, was völ­li­ger Blöd­sinn ist. Nicht jeder Ata­türk favo­ri­sie­rende und/oder für west­li­che Errun­gen­schaf­ten ste­hende Bür­ger der Tür­kei ist Kema­list. Bevor Du dich über die Medien und ihre Head­lines teil­weise zu RECHT! echauf­fierst, soll­test Du dich zurück­hal­ten und Dich erst ein­mal ein biss­chen bes­ser mit den Gege­ben­hei­ten aus­ein­an­der­set­zen indem Du ein­fach an den Demos teil­nimmst und mal in die Menge unter­tauchst.
    Sorry aber Deine Ein­schät­zung ist falsch.

    Die Demons­tran­ten set­zen sich kon­fes­si­ons­über­grei­fend zusam­men, unab­hän­gig von Geschlecht und poli­ti­scher Aus­rich­tung. Was all diese Men­schen ver­bin­det ist der Unmut gegen die Regie­rung. Deine Dar­stel­lung der Dinge ist viel zu ein­fach gestrickt, aber nicht ver­wun­der­lich. Arme­nier, Kur­den, Tür­ken, Lazen, Cer­ke­zen, Chris­ten, Athe­is­ten, Kom­mu­nis­ten, Rechte, Linke, unpo­li­ti­sche Men­schen usw. ste­hen auf ein­mal Schul­ter an Schul­ter zusam­men und haben alle Dif­fe­ren­zen bei­seite gelegt. Die Leute die auf den Stra­ßen demons­trie­ren sind das Volk, die 50% wel­che der AKP nicht ihre Stim­men gege­ben hatte. Viele AKP Regio­nal­po­li­ti­ker sind zurück­ge­tre­ten, die­ser Trend setzt sich schon seit den Bom­ben­an­schlä­gen in Rey­h­anli mas­siv fort und durch den Tür­ki­schen Som­mer wird das ganze noch ver­stärkt. Die AKP hat sich selbst ins Abseits manö­vriert. Dafür danke ich der AKP :)

    • Agro­po­lis hat in allen Punk­ten recht und es wäre wirk­lich schön gewe­sen, das eine Schwarz-Weiß (Böse Regie­rung vs. gute Demons­tran­ten) nicht ein­fach gegen das andere (Isla­mis­ten vs. Kema­lis­ten) auszutauschen.

      Nicht alle, die dort demons­trie­ren, sind Kema­lis­ten (womit man ja auch immer gleich den Stem­pel ‘alte Elite’ oder ‘schlech­ter Wahl­ver­lie­rer’ oder gleich den tie­fen Staat auf­ge­drückt bekommt). Auch wenn sich hier über den Begriff “Umwelt­schüt­zer” belus­tigt wird — so gibt es Men­schen, die völ­lig legi­tim dage­gen sind, dass die letzte grüne Lunge (und das ist schon euphe­mis­tisch) im Stadt­zen­trum gero­det wird. Das steht eher im Zusam­men­hang mit schlecht geplan­ter Urba­ni­sie­rung und Groß­pro­jek­ten in Istan­bul und Ankara, die ein­fach an den Bedürf­nis­sen der loka­len Bevöl­ke­rung vor­bei durch­ge­peitscht wer­den (in die­sem Sinne ist es schon so etwas wie ein klei­nes Stutt­gart 21 in Istan­bul). Homo­se­xu­elle, Kul­tur­schaf­fende, Jour­na­lis­ten, Wis­sen­schaft­ler, eth­ni­sche und kul­tu­relle Minderheiten…viele der Men­schen, die sich aktiv gegen die Regie­rungs­po­li­tik wen­den (oder sich dazu gezwun­gen sehen) wol­len nicht die Uhr zurück stel­len, Kopf­tü­cher ver­bie­ten und den Mili­tärs die Füße küs­sen — son­dern dass die Regie­rung das Ver­spre­chen der Demo­kra­tie ein­hält und nicht jedes Wort der Kri­tik abwürgt mit — “wir haben die Wahl gewon­nen, jetzt habt ihr lei­der Pech gehabt”.

      Die Regie­rung macht sich ein­fach nur lächer­lich mit ihren Ver­däch­ti­gun­gen Rich­tung “aus­län­di­sche Kräfte”, weil sie sich damit auch noch aktiv in eine Reihe mit der “for­eign terrorists”-Propaganda eines Assad oder Muba­rak stellt. Das unter­schei­det m.E. den Staats­prä­si­den­ten, der eine sehr weise Reak­tion zeigt vom Pre­mier­mi­nis­ter, der ein­fach nur ein maxi­mal fata­les Kri­sen­ma­nage­ment betreibt.

  15. Hallo René,
    was ärgert dich so, dass du sogar mit dei­nen Prin­zi­pien brichst und über Poli­tik bloggst, was du eigent­lich nicht tun wolltest?

    Die deut­sche Bericht­er­stat­tung ist ja kei­nes­wegs so banal, wie du es schil­derst. Die Jour­na­lis­ten leben nicht hin­term Mond, manch­mal schon, aber in die­sem Fall nicht. Die wis­sen schon, worum es geht und berich­ten auch ausgewogen.

    An den Pro­tes­ten sind große Teile der Bevöl­ke­rung betei­ligt, nicht nur Akti­vis­ten, son­dern ganz nor­male auf­ge­klärte Leute. Deine Beschrei­bung des Kon­flikts in zwei Lager (CHP gegen AKP) ist so nicht rich­tig. Die Gründe für die Pro­teste, die im übri­gen in vie­len Städ­ten fried­lich ver­lau­fen, sind vielfältig:

    - Syrien-Politik
    – Isla­mi­sie­rung
    – will­kür­li­che Ver­haf­tun­gen und Pro­zesse
    – Hörig­keit der gro­ßen Medien
    – Beschä­di­gung des Anse­hens der Grün­der­vä­ter der Türkei

    Dein Her­aus­stel­len des Mili­tärs dis­kre­di­tiert die Pro­teste. Der Text liest sich wie ein Pro-Erdoğan-Plädoyer.

  16. Hallo René,

    was auf­fällt ist, dass die deut­schen Medien KEINEN Bezug zu den Vor­fäl­len im Stutt­gar­ter Schloss­gar­ten am 30.9.2010 her­stel­len, obwohl es dort viel schlim­mer war. Dort ging man auf wirk­lich fried­li­che Bür­ger bzw. an dem Tag sogar Schü­ler mit bereit­ge­stell­ten Was­ser­wer­fen los, um ein klei­nes Areal für ein Grund­was­ser­ma­nage­ment abzugrenzen.

    Die Bezeich­nung “Wut­bür­ger” (völ­lig falsch), “Park­schüt­zer” usw. wur­den damals von der Presse kreiert.

    Nach die­sem Tag, wo inner­halb von 2 Stun­den 400 Men­schen ver­letzt wur­den, wo keine Ret­tungs­wa­gen und –hel­fer rein durf­ten, wo sich die Lan­des­po­li­ti­ker abends noch frech ins Fern­se­hen gestellt haben, um die Bür­ger zu kri­mi­na­li­sie­ren, was man dann nach der Tages­schau zurück nahm. Das alles war an einem Don­ners­tag. Am Sams­tag sam­mel­ten sich 110.000 Bür­ger, um gegen die­ses Vor­ge­hen der Lan­des­re­gie­rung fried­lich zu pro­tes­tie­ren. Es war dem abso­lut fried­li­chen Pro­test der Stutt­gar­ter zu ver­dan­ken, dass es so aus­ging. Übri­gens ist Stutt­gart nicht so groß. Wenn 20% der Bür­ger teil­neh­men, dann ist es schon ein deut­li­ches Zeichen.

    Am 4. Okto­ber hat man dann die soge­nannte Schlich­tung — also Gesprä­che — ange­bo­ten, weil die Poli­tik Angst hatte, dass der Frie­den in der Stadt gefähr­det ist. Die Bür­ger haben sich daran gehal­ten und wur­den gna­den­los belo­gen und über den Tisch gezo­gen — nicht zuletzt auch von den Grü­nen, die auf diese Pro­test­welle auf­ge­sprun­gen sind und mit ihren Ver­spre­chun­gen, dass mit ihnen alles anders wird in Bezug auf S21 und Bür­ger­be­tei­li­gung, die Land­tags­wahl gewon­nen. Das war die nächste Lüge.

    Ich will damit nur sagen: Es gibt deut­li­che Par­al­le­len zu Stutt­gart. Der Pro­test rich­tete sich eben­falls gegen die Poli­tik; Anlass waren Park und Bahn­hof. Damals hat nie­mand nach Men­schen­rech­ten geru­fen oder wurde die­ses Vor­ge­hen in Stutt­gart ver­ur­teilt. Im Gegen­teil.
    Und des­halb hört man auch kei­nen Piep von deut­schen Poli­ti­kern zu dem Vor­ge­hen Erdo­gans. Sie wis­sen ganz genau, dass das ein Schuss in den Ofen wäre. Den “schwar­zen Don­ners­tag” in Stutt­gart soll und darf es nicht geben.

  17. @ all, vie­len Dank für Eure Kom­men­tare.
    @ Kurde, ja die Lage ist sehr ver­wor­ren, wes­halb ich nur ein Inter­pre­ta­ti­ons­an­ge­bot mit mei­nem Bei­trag lie­ferte. Ich bean­spru­che nicht die Wahr­heit. Den­noch war es mir ein Anlie­gen, die Sache dif­fe­ren­zier­ter zu betrach­ten.
    @ Maria, dies ist ziem­lich genau, was ich auch denke. Momen­tan sieht es ja eher so aus, dass Erdo­gan den Ele­fan­ten im Por­zel­lan­la­den spielt, wes­halb der Aus­gang völ­lig offen ist.
    @Geoman, ich hoffe, dass deine Befürch­tung bezgl. Erdo­gans West­in­te­gra­tion so nicht statt­fin­den wird.
    @ Agro­po­list, Mag­da­lena und Sinan: ich ant­worte mal zusam­men, da ihr ja den glei­chen Punkt kri­ti­siert. Es stimmt, dass die Pro­test­be­we­gung deut­lich brei­ter auf­ge­stellt ist. Dies ist sehr erfreu­lich. Den­noch sehe ich bis­her nicht, wel­ches Lager sich neben der AKP und den Kema­lis­ten in der Tür­kei eta­blie­ren kann. In eini­gen Arti­keln wurde heute die Hoff­nung auf eine erstar­kende Zivil­ge­sell­schaft geäu­ßert. Dies würde ich der Tür­kei wün­schen, nur sehe ich dies noch nicht. @Sinan: “Der Text liest sich wie ein Pro-Erdoğan-Plädoyer.” Dann lies den Text bitte noch ein­mal. Dort fin­dest Du auch Kri­tik an der AKP und an Erdo­gan.
    @ Kater Karlo, was genau in Stutt­gart pas­sierte, kann ich nicht beur­tei­len, wes­halb ich den Kom­men­tar ein­fach mal so ste­hen lasse.

  18. Hallo zusam­men,

    die Geschichte ist voll von Zei­ten mit Per­so­nen­kult. Nur die wenigs­ten haben, wenn über­haupt, den Men­schen genützt.
    Liebe Mit­bür­ger, wir soll­ten uns nichts vor­ma­chen. Die Deut­schen Medien sind zum Groß­teil schon (wenn nicht genauso) wie im Bei­trag beschrie­ben. Ich bedauere diese “Scheu­klap­pen­be­richts­er­stat­tung”. Es ist auch inter­es­san­ter vom geschei­ter­ten Özgür zu berich­ten, als vom erfolg­rei­chen Murat (Namen sind nur als Bei­spiel gedacht). Das ver­deut­licht auch heute noch in wel­cher Rolle die meis­ten Deut­schen, Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund sehen möch­ten. Am (unte­ren )Rand der Gesell­schaft. Des­we­gen wun­dert mich die “Deu­tung” von diver­sen Medien nicht.

    Gruß an alle.

  19. Ich bin empört! Wie kurz­sich­tig diese Beur­tei­lung doch ist! Auf dem Tak­sim Platz demonstie­ren NICHT Kema­lis­ten gegen AKP Anhän­ger! Das ist ein abso­lut ver­kürz­tes Bild, von dem was dort im Moment in der Tür­kei abläuft. Die Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Mus­lime, die Gruppe der Revo­lu­tio­nä­ren Mus­lime demons­trie­ren ebenso wie abso­lut apo­li­ti­sche Indi­vi­duen. In der Tat ver­sucht die kema­lis­ti­sche Bewe­gung sich die­sen Auf­stand zu eigen zu machen, jedoch igno­rierst du, dass die #diren­gezi Bewe­gung, Haupt­trä­ger die­ser Bewe­gung, abso­lut Wert dar­auf legt, NICHT als kema­lis­tisch abge­stem­pelt zu wer­den. In ers­ter Linie geht es um per­sön­li­che Frei­heit, freie Mei­nungs­äu­ße­rung, Pres­se­frei­heit und Ver­samm­lungs­frei­heit. Isla­mi­sie­rung pipapo, das ist eine Neben­sa­che in der gan­zen Geschichte. Sorry aber das ist wirk­lich ein­fach nur ein unre­flek­tier­ter kurz­sich­ti­ger Bericht, der hier steht.

  20. Ein sehr gut geschrie­be­nen Arti­kel, Der die Wahre Kampf hin­ter den Pro­tes­ten vor Augen führt. Den­noch möchte ich hin­zu­fü­gen dass ein Aspekt wurde hier nicht aus­rei­chend behan­delt. zwi­schen den kema­lis­ten, und all die Geg­ner der AKP sind immer noch viele Bür­ger die von AKP eines for­dern, die Bür­ger ernst zu neh­men. Und nicht auf sein recht pochen, “bin der Pre­mier bin gewählt etc..” Das lese ich von vie­len Tweets und com­ments
    Und ihr habt recht es ist kein tür­ki­sche Früh­ling wie in Tune­sien und Co. Das ist nur der Wunsch­den­ken der oppo­si­tio­nel­len die über die Wahl­urne sich keine Chan­cen ein­räu­men. Bei Erdo­gan häu­fen sich die Feh­ler in letz­ter zeit, wie diese kata­stro­phale Kri­sen­ma­nage­ment zeigt. Viele hof­fen, dass er die Bot­schaft wahr­nimmt und Reform­kurs nicht nur bei kur­den­frage son­dern in ande­ren fra­gen angeht und wei­ter­führt. Das ist immer noch die ganz große Hoff­nung. Das eine Pro­blem, dass die Oppo­si­tion in der Tür­kei über­haupt keine reform­be­reit­schaft in ande­ren heik­len The­men anbie­tet, macht die AKP fast ein­zige Ansprech­part­ner bzw. Als alter­na­tiv­los. Diese wie­derum führt zu Arro­ganz der Erdo­gan .. Das ärgert die Bür­ger am meis­ten.. Da ist der Gül den bür­gern viel näher…Er soll end­lich die Refor­men umset­zen, nicht die Gesell­schaft wei­ter Spal­ten.. So lese ich es in vie­len posts..

  21. Hallo Rene,
    vie­len Dank, dass du eine Aus­nahme dei­nes Grund­sat­zes vor­ge­nom­men.
    Nach einer rela­tiv kur­zen Inter­net­su­che (Presse) zu den Gescheh­nis­sen in der Tür­kei, bin ich glück­li­cher­weise auf dei­nen Arti­kel gesto­ßen. Nahezu all meine Fra­gen wur­den von dir beant­wor­tet. Jedoch habe ich noch ein Ver­ständ­nis­pro­blem.
    Aus dem bis­he­ri­gen (deut­schen) Presse ent­nehme ich, dass die tür­ki­sche Presse und Medien kaum, gar nicht oder ver­fälscht dar­über berich­ten. Ist dem wirk­lich so?
    Gruss und noch­mal vie­len Dank

  22. Pingback: Eine Woche #Taksim – eine Bilanz. #occupygezi | Enterprise 2.0

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