Enterprise 2.0

Ein Blog über den Einsatz von Social Media in Organisationen

Highlights des Enterpise 2.0 Summit in Paris — Teil IV

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An die­ser Stelle möchte ich meine High­lights des Enter­prise 2.0 Sum­mit in Paris vor­stel­len. Dies soll keine kom­plette Über­sicht wer­den. Diese fin­den Inter­es­sierte z.B. bei Ema­nu­ele Quin­ta­relli (Day 1 Day 2), bei Ana Silva oder teil­weise in mei­nen frü­he­ren über die ers­ten Keyno­tes bzw. die Kom­men­tie­rung des Vor­trags von Phil­ippe Bor­re­mans.

Fol­gende Punkte ste­hen nun im Mittelpunkt:

  • Qua­li­tät der Vorträge
  • Orga­ni­sa­ti­ons­sys­teme wer­den komplexer
  • Die Arbeit mit und über Web 2.0-Anwendungen braucht Zeit
  • Web 2.0 rech­net sich, wenn for­male Inte­gra­ti­ons­schritte erfolgen
  • Web 2.0 bie­tet die Mög­lich­keit eigene Pro­zesse zu bauen
  • Wis­sens­man­ge­ment ist noch immer Dokumentenzentriert
  • Wan­del von Hierarchien
  • Mein Zitat der Kon­fe­renz & Ausblick

 Qua­li­tät der Vorträge

Wie bei jeder Kon­fe­renz schwan­ken die Bei­träge in ihrer Qua­li­tät. In Paris kor­re­lierte die Qua­li­tät der Bei­träge aus der Pra­xis mit der Zeit, in der sich die Unter­neh­men mit Enter­prise 2.0 beschäf­ti­gen. Orga­ni­sa­tio­nen wie Atos, die intern Emails abschaf­fen wol­len, star­te­ten ihre Über­le­gun­gen vor zwei Jah­ren und die kon­krete Umset­zung inner­halb des letz­ten Jah­res. Die Mar­ke­ting­stra­te­gie von Atos ist super, aber bei den Schrit­ten, die sie bis­her gegan­gen sind, fehlt es an Sub­stanz. Atos aber auch ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen bauen noch zu viele Luft­schlös­ser ala eine kon­krete Vision rei­che aus, um das Ziel zu errei­chen. Orga­ni­sa­tio­nen, die Enter­prise 2.0 schon län­ger ein­set­zen, berich­te­ten viel detail­lier­ter über die Her­aus­for­de­run­gen in der Umset­zung. Com­mon sense  war, dass der Mensch bis­her in den Über­le­gun­gen zu kurz kam.

Orga­ni­sa­ti­ons­sys­teme wer­den komplexer

In der Dis­kus­sion über Social Net­wor­ked Orga­niza­tion ord­ne­ten die Red­ner Enter­prise 2.0 in eine län­gere Ent­wick­lung ein. Bis zu den 90ern herrschte die Mei­nung vor, alle Mit­ar­bei­ter mög­lichst zu kon­zen­trie­ren. Durch die neue Tech­nik des Inter­nets setzte ein Wan­del ein. Out­sour­cing wurde immer leich­ter mög­lich, wes­halb die Orga­ni­sa­ti­ons­sys­teme an Kom­ple­xi­tät zuneh­men. Ich glaube, dass dabei der Anstieg des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­auf­wan­des unter­schätzt wurde und Enter­prise 2.0 eine Lösungs­op­tion für den mas­si­ven Kom­mu­ni­ka­ti­ons­auf­wand ist. Dazu schreibe ich dem­nächst mal einen Blogartikel.

Die Arbeit mit und über Web 2.0-Anwendungen braucht Zeit

Meine erste vor­ge­stellte These:  „Tech­no­logy offers wide pos­si­bi­li­ties but the exact way of using it is found by the user. This is often over­looked” (alle The­sen sind hier ein­seh­bar) bestä­tigte sich in meh­re­ren Vor­trä­gen.  Die Tech­nik gibt nur den Rah­men für Nut­zungs­mög­lich­kei­ten vor, wodurch erst in der kon­kre­ten Nut­zung Hand­lungs­rou­ti­nen in Orga­ni­sa­tio­nen gebil­det wer­den. Mar­tin Roul­leaux Dugage schil­derte z.B., dass die Vor­schläge in einer Ide­en­platt­form mit der Zeit immer bes­ser wur­den. Die­ser Effekt sei nur mög­lich gewe­sen, da die Mit­ar­bei­ter sahen, dass die guten Vor­schläge wirk­lich umge­setzt wer­den. Wenn es nur schlechte Vor­schläge gibt, müsse zur Not der Beste unter Ihnen wei­ter ver­folgt wer­den. Diese Erkennt­nis mag banal klin­gen, aber es ist bis­her eher die Regel als die Aus­nahme, dass mit den Erkennt­nis­sen aus den Anwen­dun­gen nicht sinn­voll umge­gan­gen wird. Einen wesent­li­chen Erfolgs­fak­tor zeigt das Bei­spiel auf: Die Orga­ni­sa­tion ist für die kon­ti­nu­ier­li­che Ein­bet­tung der Ergeb­nisse der Anwen­dun­gen in die Orga­ni­sa­ti­ons­pro­zesse sowie  –struk­tu­ren ver­ant­wort­lich, wodurch die Legi­ti­ma­tion der Anwen­dun­gen und die Moti­va­tion der Mit­ar­bei­ter mas­siv steigt. Dies ist jedoch nicht von heute auf mor­gen mit der Imple­men­ta­tion der Tech­nik zu errei­chen. Eine Orga­ni­sa­tion muss sich Zeit dafür neh­men. In der Zukunft sollte es durch Enter­prise 2.0 sogar mög­lich sein, dass Mit­ar­bei­ter sich selbst­stän­dig Orga­ni­sa­ti­ons­pro­zesse auf­bauen. Dies gelingt nur, wenn die Orga­ni­sa­tio­nen Frei­räume aber auch den Rah­men vor­ge­ben, in dem die Pro­zesse auf­ge­baut wer­den können.

Web 2.0 rech­net sich, wenn for­male Inte­gra­ti­ons­schritte erfolgen

Der letzte Punkt führt direkt zu die­sem Punkt. Wenn eine Inte­gra­tion einer Anwen­dung erfolg­reich ist, dann rech­net sich Web 2.0 in unglaub­li­chen Aus­ma­ßen. Ste­phan Grab­maier beschrieb dies für den Ide­en­gar­ten der Deut­schen Tele­kom. Sie nut­zen den Ide­en­gar­ten zur Opti­mie­rung von Pro­zes­sen und sie schaff­ten es dadurch einen sehr ansehn­li­chen Mil­lio­nen­be­trag ein­zu­spa­ren. Dies gelang jedoch nur, weil die Ideen kon­se­quent genutzt wurden.

Wis­sens­man­ge­ment ist noch immer Dokumentenzentriert

Lei­der steht in Dis­kus­sio­nen über Wis­sen noch immer das Doku­ment und nicht der Mensch im Mit­tel­punkt. Dies ver­deut­lichte die Dis­kus­sion zwi­schen: Ludo­vic Dubost, Simon Dück­ert, Jean-Laurent Fam­bon und Mar­tin Roul­leaux Dugage. Als Simon Dück­ert ein­warf, dass das Wis­sen ja größ­ten­teils in den Köp­fen und nicht in den Doku­men­ten sei, wes­halb ein sozia­les Wis­sens­ma­nage­ment von Nöten sei, erfolgte nicht der gedank­li­che Schritt, den ich mir wün­schen würde: wir soll­ten uns nicht mehr auf das Fin­den von Wis­sen fokus­sie­ren, son­dern auf das Auf­fin­den der Köpfe hin­ter dem Wis­sen. Web 2.0 bie­tet dazu die Möglichkeiten.

Wan­del von Hierarchien

Ab und zu wurde auch ein wenig über die Bedeu­tung von Hier­ar­chien dis­ku­tiert. Wich­tige Erkennt­nisse für mich sind, dass Netz­werke auch Hier­ar­chien seien und ein wesent­li­cher Grund  von Hier­ar­chien die Infor­ma­ti­ons­wei­ter­gabe sei. Da sich nun das „Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ment“ in Orga­ni­sa­tio­nen durch Web 2.0 stark wan­delt, ist davon aus­zu­ge­hen, dass sich auch Hier­ar­chien wan­deln wer­den. Zu die­sem Punkt wird es in der Zukunft von mir noch eini­ges hier auf dem Blog geben.

Mein Zitat der Kon­fe­renz & Ausblick

  • In der Zukunft ist wich­tig, dass man selbst weiß, was man kann und dass andere Wis­sen, was man kann. Dies geschieht durch Tei­len im Web 2.0.“

Das Zitat fiel in der Ses­sion über Social Net­wor­ked Orga­niza­ti­ons und zeigt ein­drucks­voll, dass sich die Rolle des Exper­ten­tums und Kar­rie­re­pfade ändern.

Das Geschrie­bene zeigt, auf der Kon­fe­renz gab es mas­si­ven Input und es gibt noch viele offene Fra­gen. Zu eini­gen Punk­ten werde ich wei­tere Bei­träge mit der Zeit ver­fas­sen. Beson­ders die ein­zel­nen The­sen, die ich mit Tobias Mit­ter in Paris und mit Tho­mas Chris­tinck auf der Cebit vor­ge­stellt habe, bedür­fen genauere Erklä­run­gen. Ich hoffe, Ihr freut Euch darauf!

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