Enterprise 2.0

Ein Blog über den Einsatz von Social Media in Organisationen

Lektion 5: Fazit — lassen Web2.0-Anwendungen Betriebsräte obsolet werden?

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Immer weni­ger Mit­ar­bei­ter sind unmün­dig, die durch Insti­tu­tio­nen wie Gewerk­schaf­ten und Betriebs­rä­ten ver­tre­ten wer­den müs­sen. Wis­sens­ar­bei­ter, die am Rech­ner ihre Arbeit ver­rich­ten, neh­men zu. Diese Mit­ar­bei­ter wol­len ihre Inter­es­sen selbst­stän­dig wahr­neh­men und haben durch Web 2.0 dafür immer mehr Werk­zeuge. Sie bean­spru­chen die Abläufe im Unter­neh­men mit­zu­be­stim­men und dies gilt auch für die Arbeit der Betriebs­räte. Die Ein­bin­dung der Wis­sens­ar­bei­ter in die betrieb­li­che Mit­be­stim­mung ent­schei­det dar­über, ob Betriebs­räte ihre Stel­lung in den UnMe­dia) mit der alten Kul­tur der Mit­be­stim­mung über Betriebs­räte ver­bun­den werden?

Gelin­gen kann dies nur durch eine  kon­se­quente Anwen­dung von Social Media bei der Arbeit in Betriebs­rä­ten. Dies ist nicht mög­lich, wenn nur ältere Mit­ar­bei­ter in den Betriebs­rä­ten ver­tre­ten sind. (Es ist durch­aus mög­lich, dass ältere Mit­ar­bei­ter im Umgang mit Web 2.0 Anwen­dun­gen ver­siert sind. Den­noch zeigt sich im Durch­schnitt ein star­ker Unter­schied zwi­schen den Gene­ra­tio­nen.) Die Kluft zwi­schen „Digi­tal Nati­ves“ und „Digi­tal Igno­rants“ könnte sich in der Unter­schei­dung zwi­schen Web 2.0 Nut­zern und Betriebs­rä­ten mani­fes­tie­ren, die jeweils Mit­be­stim­mung wol­len, aber nicht zusam­men fin­den. Mit­tel­fris­tig über­ho­len dann die „Digi­tal Nati­ves“ die „Digi­tal Igno­rants“ durch die neuen Mög­lich­kei­ten, die eine effek­ti­vere Inter­es­sen­ver­tre­tung ermöglichen.

Eine Ver­ei­ni­gung der Mit­ar­bei­ter die Mit­be­stim­mung wol­len, ist ebenso nicht mög­lich, wenn Betriebs­räte sich aus­schließ­lich als Anwälte der klas­si­schen Mit­ar­bei­ter ver­ste­hen. Klas­si­sche Mit­ar­bei­ter füh­len sich von den neuen Tech­ni­ken über­for­dert und beste­hen z.B. auf einen fes­ten Arbeits­platz oder haben kaum Zugang zur moder­nen Tech­nik, da sie in der Pro­duk­tion arbei­ten.  Eine Fokus­sie­rung auf diese Kli­en­tel bringt das Pro­blem, dass es viele andere Mit­ar­bei­ter gibt, die mobile Arbeits­plätze und fle­xi­ble Arbeits­zei­ten anstre­ben und durch Social Media in immer grö­ße­rem Umfang mäch­tige Werk­zeuge erhal­ten. Betriebs­räte müs­sen ver­su­chen, diese Mit­ar­bei­ter in die eige­nen Anlie­gen zu inte­grie­ren. Wenn sie es nicht schaf­fen, wer­den sie mit der Zeit von den nach­rü­cken­den jun­gen, tech­ni­kaf­fi­nen Mit­ar­bei­ten marginalisiert.

Die Bei­spiele aus direktzu aber auch die Erläu­te­run­gen über Blogs, Wikis, Twit­ter und soziale Intra­nets zei­gen, Web 2.0 Anwen­dun­gen kön­nen auf unter­schied­li­che Art und Weise genutzt wer­den. So wird direktzu eher von nied­ri­gen Hier­ar­chie­ebe­nen und Wikis von Wis­sens­ar­bei­tern genutzt. Dies bedeu­tet, Betriebs­räte soll­ten eine breite Palette von Anwen­dun­gen bedie­nen, wenn sie alle Grup­pen inner­halb eines Unter­neh­mens anspre­chen wol­len. Die Schwie­rig­keit dabei ist, dass die Anwen­dun­gen anspre­chend genutzt wer­den müs­sen, um einen posi­ti­ven Effekt zu erzielen.

Für Betriebs­räte wäre es hilf­reich, wenn sie über Mit­glie­der ver­fü­gen, die über Kom­pe­ten­zen im Social Media Bereich ver­fü­gen. Bis­her gibt es Spe­zia­lis­ten für Restruk­tu­rie­rung oder Team­ar­beit, die auf Augen­höhe mit Ent­schei­dern im Unter­neh­men kom­mu­ni­zie­ren und The­men voran brin­gen (Ner­din­ger 2011). Dies sollte auch im Bereich Web 2.0 der Fall sein. Nur so kön­nen bestän­dig mehr Anwen­dun­gen in die eigene Arbeit inte­griert und die Attrak­ti­vi­tät der Betriebs­räte für junge Wis­sens­ar­bei­ter erhöht werden.

Neue Medien haben das Poten­zial die zwei Haupt­pro­bleme der Betriebs­räte lösen. Sie hel­fen dabei, The­men zu iden­ti­fi­zie­ren und zu bear­bei­ten, die viele Mit­ar­bei­ter beschäf­ti­gen. Außer­dem ermög­li­chen sie einen Dia­log inner­halb der hete­ro­ge­nen Beleg­schaft, der zu einem Aus­gleich füh­ren kann. Wenn Betriebs­räte in die­sen Dia­lo­gen als ver­mit­telnde Kraft auf­tre­ten, die nicht nur mit­be­stim­men will, son­dern auch Mit­be­stim­mung in der eige­nen Arbeit zulässt, dann kön­nen Betriebs­räte eine wich­tige Rolle spie­len. Durch ihren Ein­fluss kön­nen sie The­men, die z.B. in Wikis von Betriebs­rä­ten zusam­men mit Mit­ar­bei­tern bear­bei­tet wur­den, vor­an­trei­ben. In die­sem Fall wären sie aktive Mit­ge­stal­ter von Entwicklungen.

In Wis­sens­un­ter­neh­men, wie Google es ist, wer­den es Betriebs­räte immer schwer haben, eine aktive Rolle ein­zu­neh­men. Die Mit­ar­bei­ter haben dort die Kom­pe­ten­zen und die Werk­zeuge, um ihre Inter­es­sen sicht­bar und klar zu arti­ku­lie­ren. Die meis­ten Unter­neh­men wei­sen jedoch eine hete­ro­ge­nere Mit­ar­bei­ter­schaft auf. Die Ein­füh­rung von Social Media befeu­ert in die­sen Unter­neh­men eine Kul­tur der Mit­be­stim­mung. Wenn Betriebs­räte dies offen­siv nut­zen, wer­den sie als posi­tive Kraft wahr­ge­nom­men, die zwi­schen den unter­schied­li­chen Inter­es­sen ver­mit­teln. Als posi­tiv wahr­ge­nom­men Kraft hät­ten Betriebs­räte eine wich­tige Rolle im Unter­neh­men und somit auch eine Zukunft.

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